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Als
der Mann mit der Mütze 1978 seinen Hut nahm, trat der
erfolgreichste Bundestrainer aller Zeiten von der Fußball-Bühne
ab. Weltmeisterschaft 1974, Europameisterschaft 1972, weitere zweite
und dritte Plätze bei internationalen Turnieren – Helmut Schön
steht für die goldenen Jahre des deutschen Fußballs mit Spielern
wie Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Uwe Seeler oder Sepp Maier.
Dieser
Bildband zeigt das Leben des sensiblen Sachsen, der beim Aufstieg
zum Fußball-Olymp schon auf eine wechselvolle Biografie zurück
schauen konnte. Nationalspieler des Dresdner SC während des
Krieges, danach die Flucht in den Westen, später Auswahltrainer des
Saarlands und Assistent von Sepp Herberger. Als Schön dem „Wunder-Macher"
1964 als Bundestrainer folgte, ging „der Lange" auch auf die
gesellschaftlichen Umbrüche in der Bundesrepublik ein. Ohne selbst
ein „68er" zu sein, formte der feinsinnige Coach aus einer
neuen, individualistischen Spieler-Generation eine Mischung, die den
Gipfel des Weltfußballs erklimmen sollte.
Helmut
Schön setzte Zeichen. Nicht mit Pauken und Trompeten verschaffte
sich der Sohn eines Kunsthändlers Gehör, sondern mit zarten
Streichtönen. Bisweilen auch mit Streicheleinheiten, die manchen
seiner zeitgenössischen Kollegen irritierten, die sich gern als „Diktatoren
im Trainingsanzug" gerierten.
Mit
seinem antiautoritären Stil handelte er sich bisweilen auch den Ruf
eines Zauderers ein. Für sich selbst forderte Schön ebenfalls
einen pfleglichen Umgang ein. In wichtigen Spielen litt der
Opernfreund oft mit Magenkrämpfen und geschlossenen Augen leise auf
der Trainerbank, auf Kritik an seinem Vorgehen ließ er sich nur
äußerst widerwillig ein.
Helmut
Schön – eine Spieler- und Trainer-Karriere zwischen Höhenflug
und Harmoniebedürfnis, mit märchenhaft scheinenden Erfolgen. Oder,
wie Udo Jürgens zu Schöns Abschied 1978 sang: „Der Mann mit der
Mütze geht nach Haus, und unsre Achtung nimmt er mit und unseren
Applaus."
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