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Rupert Kaiser
Als
einer vom Jahrgang 1955 verlebte ich Kindheit und Jugend in
Brandenburg an der Havel und erlangte in der damals knapp 100.000
Einwohner beheimatenden Stadt eine gewisse Berühmtheit: als absolut
schlechtester Schulsportler, dessen einzige sportlich Erfolge
Lacherfolge waren. Hätte es damals schon die Note 6 gegeben — mir
wäre sie sicher gewesen. Da die Zensurenskala in der DDR aber nur
bis 5 reichte ... nun gut. Mithin verfügte ich über die besten
Voraussetzungen, später einmal Sportbücher zu schreiben.
Und
wahrscheinlich wäre es dazu noch nicht einmal gekommen, wenn ich
mein Telefon nur ein paar Minuten früher abgeklemmt hätte. Extra
deshalb war ich nämlich in meine alte Wohnung zurückgekehrt. Aber
wie das so ist: Man macht noch dies und jenes ... Also kam das
Telefon doch noch dazu zu klingeln. Am anderen Ende war Wolfgang
Fuhr, Chef des Agon Sportverlags in Kassel und fragte an, ob ich
einen Olympia-Almanach schreiben würde. Das war 1996.
Mittlerweile
sind vier Ausgaben erschienen. Verlag und Leser mögen entscheiden,
was ihnen erspart geblieben wäre, wenn Fuhr mich damals nicht mehr
erreicht hätte.
Bliebe
noch die Frage zu klären, wie eine Sportniete zum Olympiafreak
werden kann. In dem sie die Sportstunde schwänzt und der Fernseher
nichts anderes hergibt als Olympia. Das war 1968 und ist eine ganz
andere Geschichte.
Ansonsten
habe ich mir meine drei Berufswünsche erfüllt; bin Bibliothekar,
Journalist und Autor — und weit davon entfernt, ein Fachidiot zu
sein. Zum Beispiel besitze ich auch Abschlüsse als
Kabarettregisseur und -dramaturg und stehe manchmal auch selbst auf
der Bühne. Weitere Vorlieben, wobei Reihenfolge keine Wertung ist:
lesen, leben, lieben, lange Spaziergänge und mehr. Schwimmen kann
ich nicht, fliegen will ich nicht |